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„Unter Gender-Budgeting versteht man – vereinfacht gesagt – die geschlechtergerechte Ressourcenverteilung öffentlicher Haushalte“, erklärt Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Dass Tirol in einem so zentralen Bereich wie der Arbeitnehmerförderung laut einer ersten Evaluierung gut abschneidet, sei „sehr erfreulich“. Fördermaßnahmen wie etwa das Bildungsgeld update werden von Frauen gemessen am Anteil der Erwerbspersonen sogar leicht überdurchschnittlich in Anspruch genommen. „Dort, wo sich Qualifizierungsangebote dezidiert an Frauen richten, ist die Treffsicherheit besonders groß. Explizit gleichstellungspositiv wirkt sich auch die Einkommensabhängigkeit der Förderungen aus“, fasst LRin Zoller-Frischauf die Studienergebnisse zusammen.
Defizite bei über 40-jährigen und in ländlichen Regionen
Aber auch Defizite zeigt die Studie auf. Generell brechen sowohl bei Frauen als auch bei Männern die Weiterbildungsaktivitäten ab 40 ab. Dass der Anteil der Frauen in der Altersgruppe der über 40-jährigen trotzdem überdurchschnittlich ist, liegt am spezifischen Angebot für Wiedereinsteigerinnen. Im „Haupterwerbsalter“ der 30- bis 39-jährigen liegen die Männer bei der Inanspruchnahme von Förderungen klar vorn.
Eine ungleiche Verteilung der Bildungsförderungen zwischen Frauen und Männern ist nach Bezirken festzustellen. In ländlich strukturierten Regionen profitieren Frauen viel weniger von Förderungen als in den Ballungsgebieten. Während in der Landeshauptstadt Innsbruck mehr Frauen als Männer Bildungsgeld in Anspruch nehmen, gibt es in allen anderen Bezirken einen zum Teil deutlichen Männerüberhang.
„Der vorliegende Bericht über die Geschlechtergerechtigkeit in der Tiroler Arbeitnehmerförderung stellt dem Land prinzipiell ein gutes Zeugnis aus. Wir werden uns aber auch die Defizite genau ansehen und überlegen, wie wir Anreize schaffen können, dass etwa Frauen aus ländlichen Regionen vermehrt an Bildungsaktivitäten teilnehmen können“, will Frauenlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf die Studie nicht in die Schublade legen.
Von der Studie nicht berücksichtigt wurden die seit 1.1.2010 geltenden Änderungen in der Arbeitnehmerförderung. In der letzten Regierungssitzung vor dem Jahreswechsel wurde auf Antrag von LH Günther Platter die Erhöhung der Fördersätze und die Anhebung der Einkommensgrenzen beschlossen. Von der damit verbundenen Ausweitung des Förderkreises werden auch die Frauen profitieren.
Seit 1.1.2009 ist Gender-Budgeting in der Bundesverfassung verankert. Bund, Länder und Gemeinden haben demnach bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben. „Indem wir die Prioritätensetzung öffentlicher Ausgaben im Hinblick auf die Geschlechterdimension sichtbar machen, können wir allfällige Missverhältnisse bei der Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter berücksichtigen“, schließt Finanzlandesrat Christian Switak
Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung ► Land unterstützt Ausbilderforum: Mit 61.000 Euro unterstützt das Land Tirol über die Arbeitsmarktförderungsgesellschaft amg tirol das Ausbilderforum Tirol. Das Ausbilderforum ist eine Initiative des Landes und der Tiroler Sozialpartner zur Vernetzung und Weiterbildung der Tiroler LehrlingsausbildnerInnen. Weitere Fördergeber sind die Arbeiterkammer Tirol, die Wirtschaftskammer Tirol und der Österreichisches Gewerkschaftsbund. ► Landesbeitrag für Reintegration Langzeitarbeitsloser: Langzeitarbeitslose Personen durch Betreuung und Beratung auf die Reintegration in den Arbeitsmarkt vorbereiten und bei der Arbeitssuche zu unterstützen – das ist das Ziel des Projekts „AKI-FAIR“ des Vereins Initiative 40 Tirol. Das Land gewährt dafür einen Beitrag von 50.000 Euro. Hauptfinanzier ist das Arbeitsmarktservice Tirol. |